| Gegründet auf den Erfahrungen von Fachlehrgängen für Möbelverkäufer, erkannte eine Gruppe von Möbelkaufleuten die Zeichen der Zeit: Auf ihre Initiative öffnete die Fachschule des Möbelhandels in Fürstenwalde bei Berlin im Jahre 1938 ihre Pforten. Der Lehrbetrieb dieser Ausbildungsstätte überdauerte sogar die Kriegsjahre, musste allerdings 1945 eingestellt werden. Ein Neubeginn erfolgte aber bereits 1949, als das westfälische Schloss Wöbbel vorübergehende Möfa-Adresse wurde.
Die Nähe zur Internationalen Möbelmesse und die zentrale Lage in der alten Bundesrepublik waren mitentscheidende Faktoren für die Wahl des neuen und endgültigen Standortes Köln. Hier fand die Möfa mit der Fertigstellung 1957 ihr Zuhause in einer der attraktivsten Stadtlagen der Rheinmetropole, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universität und zum Kölner Grüngürtel. Dort setzte sie mit der Genehmigung als Ersatzschule durch Erlass des Kultusministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 20. März 1957 den Unterrichtsbetrieb fort. Der Schulträger, der Verein Fachschule des Möbelhandels e.V., der von der Möbelbranche getragen wird, und das Land Nordrhein-Westfalen als Heimatland bedeutender Unternehmen der deutschen Möbelindustrie- und des Möbelhandels übernehmen seitdem gemeinsam die Finanzierung der vielfältigen Aufgaben der Schule.
Die 60er und beginnenden 70er Jahre brachten für die Branche und damit auch für ihre 'Nachwuchsschmiede' eine rasante Entwicklung: Der gewaltige Bauboom der damaligen Zeit und der ausgeprägte Wunsch der Menschen, ihr Heim einzurichten, führten zu einem langanhaltenden Nachfrageschub für die Möbelbranche und damit zu einer explosionsartigen Entwicklung des Bedarfs an qualifiziertem Branchennachwuchs.
Die Möfa reagierte: In einem ersten Bauabschnitt erhielt die Schule bereits 1959 zusätzlich eine Aula und einen Ausstellungsraum. Der zweite Ausbau 1974/75 führte zu einer Verdoppelung der Ausbildungskapazität. Im angegliederten Wohnheim fanden 65 Studierende Unterkunft und volle Verpflegung durch die hauseigene Küche.
Stand bisher die Ausbildung von Führungspersonal für die Möbelbranche im Vordergrund, so brachten die folgenden Jahre neue Anforderungen auch für die Möfa mit sich. Im Marketing-Jargon ausgedrückt: Der Wandel vom Verkäufer zum Käufermarkt führte dazu, dass der Handel auch im Verkaufsbereich verstärkt qualifiziertes Personal nachfragte. Daher erweiterte die Schule ihr Bildungsangebot 1977 um die Fachberufsschule für die Auszubildenden im Möbeleinzelhandel und zog auch im Weiterbildungsbereich mit: Neben dem zweijährigen Studiengang 'Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in, Fachrichtung Möbelhandel' wurde 1986 das einjährige Studium zur/zum 'Staatlich geprüfte/n Einrichtungsfachberater/in' eingerichtet. Ein Ausbildungsgang, der seither mit großem Erfolg läuft, ebenso wie der zum Ende der Achtziger Jahre hinzu gekommene Studiengang 'Staatlich geprüfte/r Einrichtungsfachberater mit Schwerpunkt Kücheneinrichtungen'. Alle Abschlüsse der Fachschule bein-halten die Ausbilderqualifikation. Die Studierenden kommen aus ganz Deutschland und vereinzelt aus dem angrenzenden deutschsprachigen Europa.
Obwohl die Kapazitäten der Fachschule des Möbelhandels voll ausgelastet wurden, überstieg die Nachfrage nach Studienplätzen, besonders im BWL-Studiengang das Angebot bei weitem. Wartelisten waren die Folge. Also expandierte die Möfa 1991/92 erneut. Um pro Semester künftig zwei Betriebswirteklassen aufnehmen zu können, musste das Schulgebäude um zwei Räume erweitert werden.
Im Oktober des Jahres 1995 wurde wieder ein Richtfest gefeiert. Es entstand ein großzügiger zentraler Gebäudekomplex, in dem heute ein zusätzliches Ausstellungs- und Verkaufstrainingsstudio, insgesamt sechs Klassenräume, sowie Räume für die Dozenten und die Verwaltung der Schule untergebracht sind. Und vor gar nicht allzu langer Zeit, nämlich im März 2000, konnte auch der jüngste 'Gebäudezuwachs', das komplett erneuerte, moderne Wohnheim, von nun 86 Studierenden bezogen werden.
Praxis- und Branchenbezug spielen seit der Schulgründung eine zentrale Rolle im Unterrichtsgeschehen. Neben dem obligatorischen warenkundlichen, gestalterischen und verkaufstechnischen Unterricht in allen Bildungsgängen bietet die Schule ihren Studierenden regelmäßige Exkursionen zu Unternehmen der Möbelwirtschaft in Deutschland und im angrenzenden Europa an und holt Vertreter der Branche häufig zu Referaten und Präsentationen in den Unterricht. Hinzu kommen die Bereitstellung von Anschauungsobjekten für den Unterricht und die regelmäßig aktualisierte Ausstattung der Möbel- und Küchenstudios der Schule. Die Unterstützung durch die Möbelwirtschaft ist dafür von entscheidender Bedeutung.
Lehrpläne und Prüfungsordnungen in den Bildungsgängen waren ebenso wie an staatlichen Schulen der regelmäßigen Überarbeitung unterworfen. Die umfassendsten Änderungen wurden in den Jahren 2004 und 2005 realisiert mit der Entwicklung lernfeldorientierter Lehrpläne in der Fachschule und in der Fachberufsschule und ihrer Umsetzung in den didaktischen Jahresplanungen.
Mit Beginn des Schuljahres 2004/2005 erweiterte die Schule ihr Bildungsangebot erneut durch die Einführung der dreijährigen vollzeitschulischen beruflichen Erstausbildung zum/zur Staatlich geprüften kaufmännischen Assistenten/ Assistentin, Fachrichtung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Möbelwirtschaft. Damit trägt sie nicht nur zur Deckung des ungebrochenen Fachkräftebedarfs der Branche bei, sondern leistet auch einen Beitrag zur beruflichen Erstausbildung von Schulabgängern in Zeiten knapper Ausbildungsplätze. So dass sich das Angebot an Bildungsgängen der Fachschule des Möbelhandels heute wie folgt darstellt:
Fachschule (ca.180 Studierende in Vollzeit):
- Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in, Fachrichtung Möbelhandel - Staatlich geprüfte/r Einrichtungsfachberater/in - Staatlich geprüfte/r Einrichtungsfachberaterin, Schwerpunkt Kücheneinrich-tungen
Berufsfachschule (ca. 70 Schüler/innen in Vollzeit):
- Staatlich geprüfte/r kaufmännische/r Assistent/in, Fachrichtung Betriebswirt-schaft, Schwerpunkt Möbelwirtschaft
Berufsschule (ca. 400 Schüler/innen in Teilzeit):
- Verkäufer/ Verkäuferin, Warenbereiche Wohnen und Küchen - Kaufmann/ Kauffrau im Einzelhandel, Warenbereiche Wohnen und Küchen
Um die Attraktivität der Schule und die Bereitstellung des nachgefragten Fachpersonals auch in Zukunft sicher zu stellen, hat der Schulträger im Jahre 2006 das Konzept „Zukunft Möfa“ entwickelt, damit die Schule die Top-Ausbildungsstätte für den Branchennachwuchs bleibt. Ziel des Konzeptes ist, durch Modernisierung und neueste technische Ausstattung der Schule und des angeschlossenen Wohnheimes die äußeren Bedingungen weiter zu verbessern und gleichzeitig den Geist der Schule als begehrte Ausbildungsstätte zu beleben, deren Absolventen zum gefragten Nachwuchs der Branche gehören. Dazu gehört die Weiterentwicklung des Leitbildes der Schule, das das Gemeinschaftsgefühl stärkt, Orientierung bietet und zugleich für kontinuierliche Weiterbildung steht. Daneben sollen der Dialog mit der Praxis weiter ausgebaut und intensiviert und nicht zuletzt die Attraktivität der Abschlüsse erhöht werden. Die Möbelwirtschaft wurde zur großzügigen Unterstützung der Maßnahmen aufgerufen.
Die Arbeit am Leitbild wird am 26. Juni im Rahmen einer gemeinsamen Veranstal-tung des Kollegiums, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Studierenden gestartet. Bauliche Maßnahmen sollen in den Sommerferien vorgenommen werden. Erste Erfolge zur Erhöhung der Attraktivität des Fachschulstudiums durch Anerkennung von Studieninhalten für das Studium zum Bachelor of Business Administration konnten in Kooperationsverträgen mit Fachhochschulen bereits realisiert werden.
Die Möfa als eine der ältesten Fachschulen in Deutschland und einzigartig in Europa hat in ihrer Geschichte gezeigt, dass sie bei aller Wertschätzung des Vergangenen eine Bildungseinrichtung ist, die die Gegenwart aktiv gestaltet und gleichzeitig ihren Blick und ihre Aktivität stets auch auf die Zukunft richtet.
Fachschule des Möbelhandels, Frangenheimstraße 6, 50931 Köln Ansprechpartner: OStD i. E. Dieter Müller, Schulleiter Tel. 0221 940130 Fax 0221 9401327 Mail: info@moefa.de internet: www.moefa.de
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