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Wie sitzt die Welt?

Ein Projekt der Einrichtungsfachberater im 2.Semester
(Sommersemester 2007)

Es dauert ungefähr 6 Monate, bis der Mensch das Sitzen lernt. Dann aber tun wir es täglich: Wir sitzen leger auf Parkbänken, förmlich auf dem Bürostuhl, bequem auf Sofas oder Sesseln, wartend an der Bushaltestelle. Wir sitzen bei der Arbeit, Zuhause oder unterwegs im Auto, insgesamt 27,5 Jahre unseres Lebens. „Festsetzen, einsetzen, sitzen lassen, nachsitzen, absitzen …“: Die Sitzkultur beeinflusst offensichtlich unseren Sprachschatz. Im Sitzen gewinnen wir Zeit, Raum und Kraft, den Geist zu ordnen und zu entspannen.

Viele Designer, Künstler und Hersteller haben deshalb inzwischen aufregende Möglichkeiten entwickelt, das Sitzen bequemer und interessanter zu machen. Doch schon Mies van der Rohe stellte fest, dass es „schwerer ist, einen guten Stuhl zu bauen als einen Wolkenkratzer“. Eine Schwierigkeit, die sich widerspiegelt in der Unendlichkeit möglicher und der Rarität wirklich bequemer Sitzobjekte. Doch was heißt schon bequem?

Eine neu erstellte Fotosammlung der Einrichtungsfachberater im zweiten Semester zeigt eindrucksvoll, dass es hierfür kein Patentrezept gibt. Aufnahmen, die die Studierenden vor allem während der Semesterferien unter anderem in Mailand, Spanien und New York, aber auch (fast) vor der eigenen Haustür machten, zeigen extravagante Sitzplätze und Positionen.

Die Bilder dokumentieren zugleich skurrile Situationen des täglichen Lebens und wollen mit Absicht ein Schmunzeln in das Gesicht des Betrachters zaubern. Zu sehen sind Senioren und Hundeliebhaber, Angler, Musiker, wartende Mütter, Obdachlose, Pferdebegeisterte, Radfahrer und Autonarren, alle sitzend. Und nicht zuletzt ließen sich auch viele Einflussreiche der Branche ablichten, darunter etliche Ex-Möfisten, hinter dem Schreibtisch, auf der Treppe zur Veranstaltungsbühne, auf oder vor anspruchsvollen Design-Möbeln sitzend.

Klar, dass die kurzweilige Präsentation der Projektergebnisse in der Aula der Fachschule viele interessierte Zuhörer fand. Rollenspieleinlagen und Anekdoten aus der Projektentstehungsphase sorgten neben lebendigen visuellen Eindrücken für zusätzlichen Unterhaltungswert. Hinzu kamen handfeste Informationen über die Geschichte des Sitzens. Fazit der Studierenden: „Setzen Sie sich mit dem Thema Sitzen auseinander!“ Möfisten werden diesen Rat wohl ohne Zweifel beherzigen.

Text: Celia Maria Eimermacher
Foto: EFB-Projektgruppe

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