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Insolvenz und Turnaround

Wie das Unternehmen Wackenhut die Krise meisterte

 

„Wir begrüßen an dieser Stelle keine Weltmeister des Möbelhandels, sondern ein Unternehmen, das eine Insolvenz überstanden hat und wieder auf dem Weg nach oben ist. Wir sprechen einmal nicht von Umsatzrekorden, sondern von einer psychologisch schwierigen Situation.“  Vertriebsleiter Raphael Eckert richtete im Branchenforum den Fokus auf ein Thema, das wahrscheinlich kein vorheriges Forum bisher lieferte. Was führt in eine Insolvenz? Wie geht es danach weiter?

Das Familienunternehmen Wackenhut wuchs über 50 Jahre und vier Generationen stetig an – jedoch ohne seine Führungsinstrumente an die wachsende Größe anzupassen. „80 % der Insolvenzen resultieren aus Managementfehlern“, so Eckert. Viele Entscheidungen wirkten sich erst nach Jahren aus, wodurch falsche Investitionen, Personalfehlplanungen sowie verfehlte Markteinschätzungen zum Bumerang würden.


Da werde eine Maschine mit völlig überschätztem Output schnell zur Investitionsleiche. Die subjektive Produktpolitik – seit jeher alleinige Chefsache – erwies sich als heutzutage nicht mehr tragbar. Und Preisfestsetzungen ohne kalkulatorischen Hintergrund erübrigen jeden weiteren Kommentar.

Trotz guter Auftragslage, aber auf Grund mangelnder Strukturen rutschte das Unternehmen in die Insolvenz. „Wir hatten mehr Glück als Verstand“, unterstrich Raphael Eckert – denn schon nach wenigen Monaten fand sich ein Investor, der die Zukunft des Traditionsunternehmens sicherte. „Das Unternehmen Wackenhut war zu diesem Zeitpunkt vergleichbar mit einem maroden, aber dennoch gut aussehenden Oldtimer. Wir hatten keine Kundendatei, folglich keine Ansprechpartner um den Weg aus der Insolvenzphase zu sichten. Ein Wahnsinn, der sich in vielen Bereichen des Unternehmens aufgetan hat!“

Es galt aufzubauen und zu reformieren. Markt- und Potentialanalysen, Zielgruppensegmentierung, Modernisierung des Sortiments, Imageveränderung und gezieltere Positionierung sind nur einige Schlagworte, durch die Wackenhut die Krise überstanden hat. Das Unternehmen, welches einst durch die Einführung der Tischlerplatte in den deutschen Möbelmarkt bekannt wurde, setzt heute auf gezielte Verkäuferschulungen, von Designern geschaffene Produktlinien, eigens gestalte Präsentation im Handel und den Ausbau der Exportaktivitäten.

„Es geht hier nicht um Rekorde, sondern um Aufbauarbeit“, schloss Raphael Eckert seinen Ausblick auf den erfolgreich bezwungenen Weg aus der Insolvenz.

Text: Kira Jansen
Foto: Bastian Döttelbeck, Patrick Proest

 

 

 

 

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