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Männer am Herd

Wie Küchenfachberater die besondere Herausforderung packen

 

Die Vorstellung vieler Frauen ist: Männer machen in der Küche einfach eine unglückliche Figur. Sie können gar nicht anders. Denn ihr unverstelltes Denken ist zumindest in jüngeren Jahren gerichtet auf Büchsenkost und Currywurst. Schon Herbert Grönemeyer hat diese Wurst als das wahrhafte, echte Nahrungsmittel besungen und gefeiert. Mit Wurst und Büchse gewinnt deshalb aus Sicht weiblicher Skeptiker der männliche Speiseplan sein Fundament. Er lässt sich selbstverständlich noch sinnvoll abrunden durch andere Dinge, die den Mann gut nähren, also keine Vitamine. Doch selbst ein ordentliches Steak ohne geistiges Getränk ist für einen echten Kerl unter Umständen einfach Gift.

 

Muss das immer so sein? Eingehende Recherchen in Möfa-Kreisen ergaben: Nein! Gottlob gibt es auch die anderen, die Hoffnungsträger, die einfach gut kochen können. Nehmen wir zum Beispiel Sven Thiemann, 29 Jahre alt, gelernter Schreiner, Küchenfachberater im zweiten Semester, 10 Jahre Kocherfahrung. Die Eltern führen erfolgreich ein eigenes Küchenfachgeschäft im Rheinisch-Bergischen Kreis. Bei Sven Thiemann suchten wir nach Antworten auf Fragen, die kochende Männer und Frauen gleichermaßen bewegen.

 

Möfa: Herr Thiemann, was gefällt Ihnen am Kochen?

Sven Thiemann: Anfangs wollte ich einfach ungebunden essen können, worauf ich Hunger hatte. Heute finde ich es spannend, neue ausgefallene Rezepte zu probieren. Exotische Köstlichkeiten sind außerdem meist noch einfach zuzubereiten und das Geschmackserlebnis ist ausgefallen, meist gut.

 

Möfa: Gibt es für Sie klassische „Jungesellendrogen“? Und für wen kochen Sie die?

Sven Thiemann: Die Bolognese koche ich schon seit Jahren in verschiedenen Kreationen, mal süß, mal sauer. Oder auch schön scharf mit viel Knoblauch. Meine Freundin und die Familie sind dankbare Abnehmer. Am Wochenende koche ich außerdem viel mit Freunden gemeinsam. Dann wage ich mich auch an anspruchsvollere Rezepte. Stolz bin ich zurzeit auf ein individuell abgewandeltes Rezept, nach dem ich eine überbackene Dorade (Goldbrasse) mit Kartoffeln auf den Teller zaubere.

 

Möfa: Das Küchenstudio der Eltern bietet ebenfalls Kochkurse an. Wer gehört da zur Zielgruppe? Auch die Männer?

Sven Thiemann: Viele junge Leute, auch Pärchen, kommen zu den verschiedenen Kochkursen. Das Verhältnis von Männern und Frauen hält sich da die Waage. Wobei Frauen doch schon routinierter sind im Umgang mit den Küchenutensilien.

 

Möfa: Was bedeutet es, dass Sie diese Routine schon haben? Sehen Sie einen Bezug zu Ihrem Berufswunsch?

Sven Thiemann: Klar, ich kann mich mit dem Kunden über verschiedene Zubereitungs-möglichkeiten und Garergebnisse unterhalten. Informationen stammen dann aus meiner persönlichen Erfahrung und nicht aus der Bedienungsanleitung. Das ist ein deutlicher Vorteil. Mit dem Ende des Wintersemesters werde ich meine Möfa-Ausbildung abgeschlossen haben. Ich freue mich dann darauf, auch auf der beruflichen Ebene weitere Erfahrungen im Küchenbereich zu sammeln.

 

Möfa: Herr Thiemann, wir wünschen Ihnen weiterhin gute Rezeptideen, dankbare Esser und das Glück des Tüchtigen – in der Küche und im Beruf!

 

Foto: Sven Thiemann

www.kuechen-thiemann.de

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