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Über die Schulter geschaut

Besuch der PR-Gruppe in Hamburg

Die Zahlen und Fakten imponieren: 3.000 – 3.500 Seiten Printvolumen pro Jahr, mehr als 12.000 veröffentlichte Bilder, eine insgesamt immens breite Palette an Verlagserzeugnissen, die alle Bereiche der Möbelbranche redaktionell abdeckt. Zeitschriften für Hersteller und Händler, Messe- und Verbandsveröffentlichungen, Specials zu Fachthemen, Markstudien, Statistiken, Online-News und, und, und …  – das ist das weite Aufgabenfeld des Holzmann-Verlags, das von einer erstaunlich kleinen Zahl von Mitarbeitern erfolgreich bearbeitet wird.

Wie funktioniert so etwas eigentlich im Einzelnen? Das wollten die PR- und Meet@moefa-Gruppen  der Fachschule sich gerne vor Ort von den Profis erklären lassen. Wie gut, dass seit vielen Jahren eine ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Schule und Fachzeitschrift besteht. Also hinein in den Zug, um 6.09 ab Köln Hauptbahnhof, und innerhalb von gut vier Stunden hin zum Holzmann-Verlag in der Medienstadt Hamburg. Dort gaben Jörn Holzmann persönlich und sein Team Antworten auf viele neugierige Fragen.

Seine Botschaft: Das Redaktionsgeschäft beruht auf diszipliniert und schnell arbeitenden Jobs, deren unnachsichtiger Taktgeber die Druckmaschine ist. Hinzu kommen immer kürzere Innovationsintervalle. Was heute noch überzeugte, braucht morgen schon wieder frischen Wind, etwa im Layout oder der Typografie. Das alles funktioniert wirtschaftlich nur unter bestimmten Voraussetzungen. „Ich sehe mein Unternehmen als Produktionseinheit und nicht als Verwaltungsapparat“, unterstrich Jörn Holzmann, „eine schlanke Verwaltung ist Teil unseres Erfolgsrezepts. Trotzdem gelingt uns ein perfektes Controlling.“

Eine lange Unternehmensgeschichte gibt dem Verleger Recht. Schon der Vater gründete in der unmittelbaren Nachkriegszeit die „möbel kultur“, die im Verkäufermarkt von damals dem Händler vor allem Hinweise auf mögliche Bezugsquellen für näher zu beschreibende Produkte gab. Heute ist die möbel kultur vor allem ein freundlicher Ratgeber, der seinen Lesern immer wieder neue Verkaufschancen in einem mit Angeboten übersättigten Markt aufzeigt. Und was kommt jetzt in der Zukunft, etwa im Zeichen der Finanzkrise? Keine Frage: Natürlich lähmt es zum Beispiel den Export, wenn in einigen europäischen Ländern die Leistung der Warenkreditversicherer ausfällt und den Herstellern deshalb die Sicherheit für Warenlieferungen fehlt.

Und dennoch: Auch über die Untiefen schwerer Krisen führen schmale Wege, über die immer wieder neu nachgedacht werden kann. Genau hierfür sind wohl die „Holzmänner“ die richtigen Leute. „Geklagt wird heute schon genug“, sagt eine Verlagsmitarbeiterin zu späterer Stunde, „da kümmern wir uns lieber um die Chancen“. Sie strahlt aus, was auch vom Chef ausgeht: Zuversicht, Tatkraft, Freude am Job. Denn Jörn Holzmann, inzwischen immerhin 70 Jahre alt, denkt überhaupt nicht ans Aufhören. Viel zu sehr fasziniert ihn weiterhin das Geschehen in der Branche, viel zu geschäftig wäre er fürs Nichtstun. Zwei schwere Motorräder stehen momentan für ihn bei einem Händler zur engeren Auswahl bereit – denn auch an diesen privaten Dingen hat er Freude.

Wovon wir als Gäste des Holzmann-Verlags außerdem noch profitierten: Zum einen von der profunden Kenntnis des Verlegers über seine Heimatstadt Hamburg. Nach einer Zeitreise durch die Geschichte der Region hätten wir Außenstehenden wohl mehr über die Hafen- als über „unsere“ Domstadt erzählen können. Zum anderen bot ein Rundgang mehrerer Kleingruppen im Verlag die Möglichkeit, Aufgaben und Anforderungen einzelner Arbeitsplätze genauer kennen zu lernen. Auf dem Weg durch Anzeigenabteilung, Online-Redaktion und Bildbearbeitung entstand in uns eine Vorstellung, wie Kunden gewonnen und gehalten werden und wie außerdem Texte und Bilder ein überzeugendes, professionelles Niveau erreichen.

Und was fehlt schließlich noch zu einem anregenden Tag, wenn man vielleicht schon New York, aber noch nicht Hamburg gesehen hat? Richtig, das Abendprogramm. Zum Beispiel im urigen Kellergewölbe einer Privatbrauerei, an deren langer Tafel bereits wieder zwei reizende Damen vom Holzmann-Verlag warteten. Spätestens der Auftritt eines musizierenden Hamburger Seebären brachte alle in Schunkel- und Mitsinglaune. Es wurde ein langer Abend.

Am nächsten Tag, noch vor der Heimfahrt, etwa beim Besuch der Alsterarkaden und des Hafens, war allen klar: Die Reise hat sich gelohnt. Wir danken nochmals Jörn Holzmann und seinem Team für die Zeit und für die Arbeit, die ihnen unser Besuch wert war.

Text: Andreas Schulz

Foto: Marco Jäger, Florian Schwarz

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