Vom Studenten zum "Macher"Christian Bonus und die neuen Konzepte des Garant-Möbel-Verbandes/NEU1.jpg)
Christian Bonus "Schreiben Sie bloß nicht so viel über meine Person. Wichtig ist das Konzept!" Christian Bonus, seit Sommer 2010 mit dem Thema E-Commerce innerhalb der Garant-Möbel-Gruppe befasst, gibt sich zurückhaltend. Ratschläge eines Erfolgreichen für junge Möfa-Einsteiger? Leitsätze für die Karriere? Kurze Pause im Gespräch, nein, damit fängt jemand nicht viel an, der vor allem eines im Blick hat: Weitere Menschen für ein Konzept zu gewinnen, an dem er selbst mit Konsequenz arbeitet. Und doch gäbe es etwas zu erzählen über einen bislang zwar nicht allzu langen, aber doch aufschlussreichen Werdegang. Denn noch vor sechs Jahren nimmt der gelernte Bürokaufmann am einjährigen Möfa-Lehrgang der Einrichtungsfachberater teil. Ein Jahr Aufenthalt in Kanada liegt bereits hinter ihm, jetzt ist er auf die Schule durch ehemalige Absolventen und durch Insiderinformationen im Rahmen der Garant-Möbel-Partnertage aufmerksam geworden. Die erneute schulische Ausbildung bietet gleich mehrere Chancen. Das ist zum einen das, was der Absolvent heute rückblickend als "Persönlichkeitsbildung" beschreibt: Junge Menschen wohnen, essen, studieren zusammen, arbeiten oft im Team und erleben so einen Zusammenhalt, der auch viele Jahre nach der Möfa noch Bestand hat. Da ist außerdem die große Stadt, in der sich nicht ganz nebenbei auch die große Liebe finden wird, da sind die fachlichen Herausforderungen, die im Ergebnis zu soliden Produktkenntnissen hinführen und da ist manchmal auch das flaue Gefühl im Magen, mit dem ein intensives Rhetorik-Training in Kleingruppen anfangs gelegentlich verbunden sein kann. Keine Frage: Christian Bonus weiß das alles im besonderen Maße zu nutzen. Im Anschluss an seine Möfa-Zeit lernt er weiter, absolviert in den Niederlanden ein Bachelor-Studium und erhält anschließend als einer von zwei Studenten seines Jahrgangs ein Stipendium, um mit dem Abschluss als Master in Marketing, dieses Mal in Nordspanien, auch den zweiten akademischen Grad zu erwerben. Doch alles das gehört inzwischen zur Vergangenheit. Die eigentliche Geschichte beginnt heute mit einer Mail an die Möfa-Schulleitung. "Erinnern Sie sich noch an mich?", ist dort die Frage - um der Vorsicht halber im nächsten Halbsatz doch noch einmal auf den Lehrgang der Einrichtungsfachberater im Jahre 2004/2005 hinzuweisen. "Klar!", lautet prompt die Antwort aus Köln, "erstaunlich wie schnell die Zeit vergeht." Schnell folgt dann der Hinweis auf das Thema, das dem Ex-Möfisten jetzt wichtig ist: die Chancen des E-Commerce, so wie sie der Garant-Möbel-Verband nutzen möchte. In der Tat, auch das ist erzählenswert. Beginnen wir mit dem Kunden, der heute längst vor dem Besuch eines Geschäftes seine Internetrecherche betrieben hat. Natürlich hat er dort nicht nur Einrichtungsideen gesammelt, sondern auch Preise verglichen. Jetzt kommt er mit einem ausgedruckten Papier ins Geschäft, zeigt sich wohlinformiert und befindet sich insgesamt mit seiner Produktkenntnis nahezu auf Augenhöhe mit dem Berater. Statt des herkömmlichen Verkaufs fordert er Zusammenarbeit. Später wird er vielleicht seine Ansprechpartner vor Ort im Netz bewerten. Verändertes Kaufverhalten erfordert neue Marketingstrategien. "Wenn es stürmt, bauen Dummköpfe Mauern. Kluge bauen Windmühlen", sagen gerne die Niederländer. Gleich zwei dieser neuen Windmühlen bietet der Garant-Möbel-Verband. Da ist zum einen das Abverkaufsportal "Mein-Ausstellungsstueck.de". Für den Händler bietet es den problemlosen Einstieg in das Thema "E-Commerce". Mitglieder des Verbands erleben in diesem Sinne, wie einfach, günstig und effizient überwiegend reduzierte Ausstellungsware im Internet angeboten werden kann. Kein Wunder, dass unter solchen Vorzeichen das Abverkaufsportal einen Blitzstart hinlegte. Im Rahmen eines zweistufigen Konzepts existiert außerdem ein professioneller Händlershop, den jeder Händler individuell für sich nutzen kann. Die technische Basis wird durch den Verband erarbeitet und gepflegt. Geleistet wird also an dieser Stelle, was für den mittelständischen Fachhandel kaum zu schaffen wäre. Hier geht es etwa darum, mediengerechte Informationen aufzubereiten, die Basis für die Logistik zu schaffen, die Bonitätsprüfung der Kunden zu gewährleisten und die finanzielle Abwicklung von Online-Aufträgen einwandfrei zu bewältigen. "Neun von zehn Onlinekäufen sind ein Zusatzgeschäft - mit steigender Tendenz!", betont Christian Bonus. Und schiebt sofort ein weiteres Argument hinterher: "Gerade kleine Fachhändler können im Internet ihre starken Nischen gut besetzen." Alles das ist längst durch Untersuchungen des Verbands abgesichert. Und macht verständlich, woher so viel spürbare Begeisterung für die Sache kommt. "Genau, wie ein Ex-Möfist sein sollte", denkt sich da der Dozent und wünscht Christian Bonus ebenso wie der Garant-Möbel-Gruppe weiterhin das Glück des Tüchtigen. Text: Helmut Steinmetz Foto: Christian Bonus |