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Ein "strammes Programm" führt weit nach oben

Ein Gespräch mit Ben Bake (Geschäftsführer DER KREIS) über heutige Aufgaben und frühere Möfa-Erfahrungen

 

 

Ben Bake wurde von Unternehmensgründer Ernst-Martin Schaible mit der goldenen DER KREIS-Ehrennadel als neuer Geschäftsführer Vertrieb und Marketing für DER KREIS Deutschland geehrt.

 

 

1. Anfang Juni sind Sie mit 39 Jahren in das Geschäftsführungsteam von
DER KREIS aufgenommen worden. Sie übernehmen dort für Vertrieb und  Marketing die nationale Verantwortung. Beschreiben Sie bitte einmal Ihren Tätigkeitsbereich: Welche Aufgaben haben Sie dort zu bewältigen? Was sind die größten Herausforderungen? Wie meistern Sie diese?

Die Berufung zum Geschäftsführer Vertrieb und Marketing Deutschland ist nicht nur eine große berufliche Herausforderung, sie bestätigt auch das Vertrauen von DER KREIS in meine Arbeit der letzten zweieinhalb Jahre, in denen ich als Vertriebsleiter Deutschland tätig war.

 

Der Vertrieb ist im dienstleistenden Gewerbe eine Schlüsselposition, insbesondere dann, wenn diese das Marketing mit einschließt. Eine Kombination übrigens, die ich für sehr effektiv halte, da so die Entscheidungswege deutlich verkürzt werden und, was ebenso wichtig ist, die Etats projektgenau geplant und mit der Detailkenntnis der individuellen Kundenanforderungen, also der Mitgliedsunternehmen von DER KREIS, umgesetzt werden können. Auf den Punkt gebracht, ich bin ganz eng dran und habe daher hervorragende Gestaltungsmöglichkeiten. Das gilt nicht nur für ein erfolgsorientiertes Marketing für die Mitglieder und mit ihnen, sondern auch für das verbundeigene Marketing, zum Beispiel bei der Organisation und Durchführung von Kongressen und Messen. Marktbeobachtung ist das A und O für Vertrieb und Marketing. Es geht darum, Tendenzen rechtzeitig zu erkennen, Trends umzusetzen und deren Wert für das Unternehmen richtig einzuschätzen.

 

 

2. Als junger Mann haben Sie zunächst Holzmechaniker gelernt und später den Studiengang des "staatlich geprüften Betriebswirts" an der Fachschule des Möbelhandels absolviert. Aus welchen Gründen haben Sie sich damals für diesen Weg entschieden?

 

Als Viertklässler war es mein großer Wunsch, einmal Innenarchitekt zu werden. Später habe ich dann erkannt, dass mein kaufmännisches Talent einer Karriere im späteren Berufsleben sehr viel näher stand. Nun habe ich beides auf besondere Weise verbinden können. Zwar entwerfe ich die Messen und Ausstellungen nicht selbst, aber ich entwickle die Konzepte und bin für das Ergebnis verantwortlich. Nach der Holzmechanikerlehre habe ich dann nach einer kompetenten betriebswirtschaftlichen Ausbildung gesucht. Schließlich war es ein guter Bekannter, der mir die Fachschule des Möbelhandels in Köln für ein Studium empfahl. Ein branchenspezifisches Kompaktstudium war genau das, was ich mir vorgestellt hatte. In Köln bin ich auch zum ersten Mal mit dem Produkt Küche in Verbindung gekommen, auf das ich mich dann in der Folge konzentriert habe.

 

Entscheidend war auch eine andere Begegnung. Hier lernte ich Anja Schaible, meine zukünftige Frau, kennen. Meinen zweiten Semesterferienjob absolvierte ich dann natürlich bei DER KREIS. Nach dem Studium konnte ich die erworbenen Branchenkenntnisse als Marketingassistent bei Schwabenküchen einsetzen. Anfang 1998 wechselte ich dann als Assistent der Vertriebsleitung zu DER KREIS, wo ich kurze Zeit später als Projektleiter für das damals neue Konzept "Lifting - Der Küchenrenovierer und Elektrogerätespezialist" Verantwortung erhielt.

 

3. Wenn Sie das rückblickend einschätzen: Inwiefern haben Sie persönlich von dem Schulungsangebot der Möfa profitiert? Welche Fähigkeiten wurden durch die Schule besonders weiterentwickelt? Welche Inhalte haben Ihnen besonders geholfen?

Ein strammes Programm mit über 20 Klausuren pro Semester, da hieß es büffeln. Das war gut so, weil ein kompaktes Wissen nur intensiv vermittelt werden kann. Zumindest ist das meine persönliche Einschätzung, die ich aus Gesprächen mit Studenten anderer Fachschulen habe, in denen das Programm weitaus weniger straff vermittelt wird als bei der Möfa. Besonders die Schwerpunkte BWL, VWL, Bilanzierung wie aber auch Rhetorik und Personal- und Ausbildungswesen waren für mich wegweisend. Zum Beispiel habe ich durch P&A die Leidenschaft für Mitarbeiterführung entdeckt und mich darin bestärkt, so schnell wie möglich Verantwortung für Mitarbeiter zu übernehmen.

 

4. Welches Ereignis, welche Anekdoten aus der Schulzeit stehen Ihnen noch besonders deutlich vor Augen?

Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass die Symbiose aus intensivem Lernen, Leben, Kommunikation und Prüfungen, ein sehr ausgefülltes 24-Stundenprogramm war. Ohne Anstrengung gibt es eben auch keine Lorbeeren. Persönlich fasziniert haben mich der Zusammenhalt unter den Studierenden und die gemeinsam verbrachte, wenn auch geringe Studentenfreizeit. An beides, und an so manches  Ereignis nach oder neben dem Studium, erinnere ich mich noch heute gerne zurück.

 

5. Sie haben nach der Möfa eine ganze Reihe beruflicher Stationen durchlaufen. Sie gestalteten beim Kreis als erfolgreicher Projektleiter die Anfangsphase von "Lifting - der Küchenrenovierer und Elektrogerätespezialist" mit, wechselten dann zu Yello Strom, zu Primagas und kehrten schließlich als Vertriebsleiter Deutschland zu
DER KREIS zurück. Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erfahrungen, die Sie im Rahmen Ihres beruflichen Werdegangs machten?

Ein Teil meiner beruflichen Stationen wurde durch den viel zu frühen Tod meiner Frau hervorgerufen. So habe ich mich eineinhalb Jahre nach dem Tod  bewusst aus der Küchenbranche zurückgezogen, den Kontakt zur Branche aber gehalten, und den Kontakt zu Anjas Eltern gepflegt. Beruflich bin ich zu Yello Strom gewechselt, ein unglaublich pulsierendes Unternehmen mit tollen Möglichkeiten, Projekte auszuprobieren und kreative Ideen umzusetzen. Primagas bot mir dann die Möglichkeit, größere Führungsaufgaben zu übernehmen. Zunächst als Verkaufsleiter und kurze Zeit später als Bereichsleiter für eine Vertriebssparte.

 

Das "Nachhausekommen" zu DER KREIS war sehr herzlich und vereinfachte den Wiedereinstieg in die Küchenbranche. Jede berufliche Station hatte ihren Reiz, ihre Herausforderung und ihre Erfolge. Und auch privat hat sich alles positiv entwickelt. Ich habe wieder geheiratet, bei uns zu Hause dreht sich alles um Küchen, da meine Frau ebenfalls in der Branche tätig ist.

 

6. Erfolg fasziniert: Wie schätzen Sie die beruflichen Möglichkeiten angehender Küchenfachberater ein?

Ich möchte mal behaupten, dass jeder, der sich heute zum Küchenfachberater ausbilden lässt, einen guten Job finden kann. Besonders dann, wenn etwas räumliche Flexibilität vorhanden ist. Küchenfachberater ist ein abwechslungsreicher und auch kreativer Beruf. Jeden Tag Umgang mit Menschen, jeden Tag neue Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Erst der Küchenfachberater lässt aus den verschiedenen Komponenten und Materialien eine Küche entstehen. Und für die, die etwas mehr wollen, gibt es tolle Aufstiegsmöglichkeiten. Zudem wird in den kommenden 5 bis 10 Jahren eine Vielzahl an Führungskräften gesucht, die ein Unternehmen weiterführen und übernehmen können. Unter anderem mit unseren DER KREIS Junioren, den jungen Wilden, wird man auf die Bewältigung der anstehenden Aufgaben vorbereitet.

 

7. Welche Empfehlungen würden Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg geben?

Die Küche im Mittelpunkt des Lebens, ein Begriff, den Ernst-Martin Schaible bereits vor 10 Jahren geprägt hat. Aus dieser Begrifflichkeit ist heute längst ein Slogan geworden. Küchenspezialisten planen immer stärker nicht nur die reinen Küchenmöbel, sondern den gesamten Küchenraum, von Decke bis Boden und sogar zunehmend den Übergang zum Wohnraum. Hier besteht ein großer Vorteil im Vergleich zur Großfläche. Wer sich bereits vom Berufseinstieg an engagiert, wird auch erfolgreich sein und vorankommen. Vor allem wird er Freude bei und durch die Arbeit haben. Die Möfa bietet eine ideale Möglichkeit, die notwendige Kompetenz aufzubauen. Wer sich kontinuierlich weiterbildet, offen ist für Neues und auch mal quer zu denken versteht, für den steht die Küchenbranche weit offen. Wir von DER KREIS freuen uns auf Sie!

 

Manuela und Ben Bake

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