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Auf der Suche nach Erfolgsrezepten

Ein Tag bei Hülsta

Gute Stimmung am Rande der Exkursion

Erst Tagesausflüge, in fortgeschrittenen Semestern auch mehrtägige Trips. Exkursionen sind seit jeher fester Bestandteil der Ausbildung an der Möfa. Denn "vor Ort" wird Wissen oft erst besonders anschaulich. Nehmen wir zum Beispiel die Frage nach den Ursachen für außergewöhnliches Unternehmenswachstum. Warum sind manche Betriebe so erfolgreich? Aus welchen Gründen steigen sie zu Herstellern auf, die die ganze Welt mit ihren Produkten beliefern? Das wollten wir, Betriebswirte des ersten Semesters und Studierende des dualen Fachschulstudiengangs, uns gerne an einem konkreten Beispiel vor Augen führen.

Unsere Fahrt führte uns ins westliche Münsterland, ins Ausstellungs-Center des Unternehmens Hülsta. Dort stellte uns Otger Rathmer nach einem kurzen Begrüßungskaffee die Geschichte des Familienunternehmens vor. Alles begann 1940 mit der Gründung einer Tischlerei, in der zehn Mitarbeiter ihr Auskommen fanden. Heute gehört Hülsta als Möbelhersteller zur Königsklasse der deutschen Marken. Was begründete diesen Erfolg?

Es wird das Fortschrittsdenken sein, denn über 220 angemeldete Patente des Unternehmens zeugen von vielen Innovationen. Ob es die serielle Endlosbauweise bei Kleiderschränken oder das Rastersystem mit 32 Millimeter Bohrabstand bei Wohnwänden ist, bei Hülsta wurden Produkte entwickelt, ohne die man sich die heutige Möbellandschaft nicht vorstellen kann. Hülsta legt Wert auf Qualität und Langlebigkeit. Davon zeugt unter anderem die Laufzeit mancher Produktlinien: Das Programm „Spectrum“ ist mittlerweile über 25 Jahre auf dem Markt, kaum denkbar bei heutigen Produktlebenszyklen. Einzigartig ist auch der Service für die Kunden: Mithilfe einer Service-Card können Kunden dem Unternehmen ihre Adresse weitergeben und werden dann von Hülsta direkt informiert, wenn ein Programm ausläuft, sodass rechtzeitige Nachkäufe noch getätigt werden können.

Auf dem Weg zu den Fertigungshallen klopfte es auf einmal laut am Fenster eines Büros. Ein ehemaliger Möfist hatte uns gesichtet und winkte dem begleitenden Lehrer Karl Franz zu. Der Rundgang durch die Fertigungshallen im Standort Stadtlohn zeigte, wie eine hochtechnisierte Fertigung heutzutage abläuft. Und obwohl man an der Lackwalze eigentlich Lösungsmitteldämpfe vermutet, nahm man diese dort nicht wahr –  der Grund hierfür war  nicht nur die „gute Landluft“ um Stadtlohn, die durch Gülle angereichert ist; auch die Zusammensetzung der Lacke hat sich im Lauf der Jahre geändert. Bemerkenswert, dass Hülsta den Blauen Engel verliehen bekam, eine Auszeichnung für emissionsarme Produkte.

 

Rundgang durch die hülsta-Produktausstellung in Stadtlohn

 

Beim abschließenden Besuch der circa 6.000 Quadratmeter großen Ausstellung konnten wir uns selbst von der Qualität der Produkte überzeugen. Schiebetürenschränke, die sich per Motor öffnen, Zwischenelemente bei Kleiderschränken für Schmuck, Jalousien, die den Fernseher verstecken, in das Möbel integrierte Soundsysteme – vielfältige Möglichkeiten lassen keine Wünsche offen.

Der Besuch gab uns einen guten Einblick in die schlüssige und erfolgreiche Philosophie eines Unternehmens, das sich aufgrund seines Erfolgs selbstbewusst präsentierte. Es bleibt spannend, wie Hülsta sich in der Zukunft entwickelt, welche Produkte möglicherweise aufgenommen werden. Und wer weiß, vielleicht steht ja auch bei einem von uns bald ein Now!-Wohnzimmer?

Text: Judith Blass

Foto: Steffen Focke

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