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Zwischen Kuhhäuten und edlen Stoffen

Möfisten lernen italienische Unternehmen kennen

 

"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?" Bereits eine Woche vor dem offiziellen Beginn des Wintersemesters wartet auf Möfisten, die - wie einst Goethe - die Sehnsucht nach Italien kennen, ein besonderes Highlight. In ihrer Reisetasche findet sich ein schulinternes Skript, das verrät, was man von Mailand wissen und was man dort gesehen haben sollte. Kurz gesagt: Es locken das Zentrum von Industrie, Handel und Finanzen, die elegante Stadt der Mode und des Shoppings, das wichtige Zentrum der Renaissancekultur. Neben Mailand versprechen sich die Teilnehmer weitere erste Eindrücke von Verona, Como und dem Gardasee.

 

Der Giorgetti-Showroom in Mailand.

 

Und - nicht zu vergessen - es sind natürlich zugleich weltweit bekannte Hersteller, die die Teilnehmer verschiedener Ausbildungsgänge in insgesamt 15 Autos steigen lassen, um sich schließlich 950 Kilometer weiter in Montecchio Maggiore, der angeblich reichsten Kommune Italiens, wieder zu treffen. Hier, in der Region Venetien, begegnen sie gleich am ersten Schulungstag Andre Hofer, Geschäftsführer der Uniters-Unternehmenstochter "Multimaster GmbH". Auf der ganzen Welt vertreibt Uniters Pflegemittel für Leder und Textilien. Klar, dass sich hier aus erster Hand Informationen über die Entwicklung "von der Rohhaut bis zum Leder" gewinnen lassen. Dabei folgt auf theoretische Einsicht konkrete Anschauung in der Gerberei: Die Enthaarung der Häute in Äschefässern, die Gerbung mit Salzen, das Abwelken, die Pigmentierung, die Trocknung, das Zurichten des Leders – Andre Hofer erklärt uns alle wichtigen Arbeitsschritte.

 

Vor das Vergnügen haben die Götter den Schweiß gesetzt. Und deshalb steht vor dem Stadtbummel in Mailand ein weiterer wichtiger Besichtigungstermin auf dem Programm, diesmal bei "flou",  dem namhaften Hersteller von Polstermöbeln. Bereits seit der Gründung 1978 hat das Unternehmen sein erfolgreichstes Produkt im Programm: das Polsterbett „Nathalie“. Entworfen wurde es von dem Designer Vico Magistretti, der zugleich geistiger Vater des „Maralunga“-Sofas ist. "Das Bett ist ein zeitloser Klassiker und wirkt durch die Möglichkeit von über 200 Bezugsstoffen jedes Mal auf eine andere Art und Weise", unterstreicht Guisi Salvadé, Vertriebsleiterin Export. Doch die Italiener beziehen nicht nur Betten. Vielmehr geht es auch um die Gestaltung von Korpusmöbeln wie Kleiderschränken und Kommoden. „Wir erfüllen den individuellen Designanspruch und sorgen für einen stimmigen Gesamteindruck“, so Guisi Salvadé. Stolz zeigt unsere Gastgeberin uns außerdem „Duetto“, ein geradliniges Schlafsofa, das seit 1992 international nachgefragt wird.

 

Unser letzter Besuch führt uns zu Giorgetti. Das 1889 gegründete und in vierter Generation geführte Unternehmen hat 130 Mitarbeiter und fertigt am Standort Meda, ungefähr 45 Minuten nördlich von Mailand. Nach dem Empfang durch Marco Bizzozero, Geschäftsführer für Deutschland, geht es direkt weiter in die Produktion. Hier stehen uns mit zwei ehemaligen Möfisten, dem Geschäftsführer Christian Hartmann und dem Außendienstmitarbeiter Andreas Becker, kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Von der Holzanfertigung bis zum Versand können wir sämtliche Stationen unter die Lupe nehmen. Alle Fragen werden ausführlich beantwortet. Im Marketing- und Objektbüro sammeln wir außerdem Eindrücke von aktuellen Planungen aus der ganzen Welt. Produktionsleiter Matteo Clerici  zeigt uns sogar originale Handentwürfe von Möbeln aus den Anfangsjahren und verdeutlicht so, mit welch einfachen Werkzeugen damals gefertigt wurde. Ein Besuch der sehenswerten Hausausstellung rundet das Programm ab.

 

Sitzprobe auf "Arabella" bei Girogetti. Im Bild der angehende Betriebswirt Torben Tacke.


 

Fazit: Die Besuche haben uns einen guten Einblick in die erfolgreiche Philosophie der Unternehmen gegeben. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Hersteller sich in der Zukunft entwickeln und welche neuen Produkte sie präsentieren werden. Im Namen der Exkursionsgruppe möchte ich mich recht herzlich bei der Unitersgroup, bei Flou und Giorgetti für den tollen Informationsaustausch und die Gastfreundschaft bedanken. Ein großer Dank geht auch an unseren Dozenten Karl Franz für dessen hervorragende Organisation und Planung der Exkursion.

 

Text: Torben Tacke

Foto: Torben Tacke, Karl Franz

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